Wichtiger Hinweis zur Funktion & Nutzung von Pferdedecken
Wichtiger Hinweis zur Funktion & Nutzung von Pferdedecken
Liebe Kunden, immer wieder erreichen uns Anfragen von Pferdebesitzern, die vermuten, dass ihre neue Regendecke undicht ist, weil das Pferd darunter feucht wird. In den allermeisten Fällen ist die Decke jedoch absolut wasserdicht – die Feuchtigkeit hat andere, ganz natürliche Ursachen.
Damit dein Pferd trocken und gesund durch die nasse Jahreszeit kommt, haben wir hier die wichtigsten Tipps und physikalischen Hintergründe für dich zusammengefasst:
1. Die richtige Decke für die richtige Jahreszeit (Kältebrücken & Kondensation)
Eine ungefütterte Regendecke (oder eine Decke mit nur sehr dünnem Nylonfutter) bietet Schutz vor Wind und Regen, speichert jedoch keine Eigenwärme.
Für wann geeignet? Ideal für die Übergangszeit im Frühjahr, den frühen Herbst oder kühlere Sommertage.
Das Problem im Winter: Liegt eine ungepolsterte Decke bei niedrigen Temperaturen direkt auf dem Pferderücken auf, entsteht eine sogenannte Kältebrücke. Die warme Körperfeuchtigkeit des Pferdes trifft von innen auf das durch den Außenregen stark abgekühlte Deckenmaterial.
Die Folge: Es bildet sich Kondenswasser an der Deckeninnenseite. Das Pferd wird nicht durch Regen von außen nass, sondern durch sein eigenes Schwitz- bzw. Körperwasser von innen – und kühlt dadurch schnell aus.
Unser Tipp für die kalte Jahreszeit: Greife bei kühlen Temperaturen zu einer Regendecke mit einer leichten Wattierung (z. B. 50g bis 100g) oder einer Winterdecke. Die Füllung schafft einen isolierenden Luftraum zwischen Pferd und Deckenstoff. Die Decke kann spürbar besser atmen, leitet Feuchtigkeit effektiv nach außen ab und verhindert Kondenswasserbildung.
2. Eigenfeuchtigkeit & Bewegung des Pferdes
Pferde geben auch in Ruhephasen ständig Wasserdampf über die Haut ab. Befindet sich das Pferd in Bewegung (z. B. im Offenstall oder auf der Koppel), erhöht sich die Wärmentwicklung. Kann diese Wärme bei ungefütterten Decken nicht schnell genug entweichen, staut sich der Wasserdampf und schlägt sich als Nässe im Fell nieder.
3. Wasserauflauf über den Halsbereich
Ein weiterer häufiger Grund für Nässe unter der Decke ist starker Regen in Kombination mit Wind: Wenn dein Pferd mit gesenktem Kopf frisst oder sich bewegt, läuft das Wasser am ungeschützten Hals und der Mähne entlang. Es sickert im Brust- und Widerristbereich unter den Deckenrand und verteilt sich von dort weiter nach hinten.
Unser Tipp: Bei starkem Dauerregen oder empfindlichen Pferden empfiehlt sich eine Regendecke mit High-Neck (verlängertem Halsansatz) oder einem abnehmbaren Halsteil.
Fazit: Prüfe vor dem Eindecken stets die Wetterlage und die Temperatur. Mit der passenden Wattierung bleibt dein Pferd auch bei Schmuddelwetter rundum trocken und warm!
